Bericht

Hakenkreuze im Schnee

Am Abend des 21.12.2007 gegen 18:30 Uhr lief ich mit meinem Freund durch den Südring. Am Rand des Fußgängerweges in der Leipziger Straße nahe des Südringcenters fanden wir drei Hakenkreuze, welche in den frisch gefallenen Schnee gemalt worden waren. Wir verwischten sie.

Frankfurterin, Dezember 2007

Plakat

In meiner Schule hängt an einer Pinnwand ein Plakat, welches für das "Kino in der jüdischen Gemeinde" wirbt. Am Donnerstag letzter Woche war das Plakat in der Mitte gefaltet und zusammengeklappt wieder an der Pinnwand befestigt worden, ersichtlich mit dem Zweck, dass das Plakat nicht mehr zu lesen war.
Ich fragte mich, während ich das Plakat wieder entfaltete und aufhängte, ob so etwas auch geschehen wäre, wenn für eine Filmvorführung in der evangelischen (oder anderen) Gemeinde geworben wäre.

Frankfurterin, Februar 2008

Am Grenzübergang

An einem Samstagabend war ich mit zwei Freunden in Slubice im Restaurant "Ramzes" etwas essen. Auf dem Rückweg nach Frankfurt (Oder) lief hinter uns eine Person, ca. 20 Jahre alt, mittelgroß, mit kurzen Haaren und einer karierten Stoffjacke bekleidet. Im Gebäude des Grenzübergangs rief er den Namen meines Freundes.

„Good night left side!“

Auf dem Weg zum Bahnhof stieg ich im Zentrum in einen Bus ein. Mir gegenüber stand ein stadtbekannter Nazi, der mich die ganze Zeit über unverhohlen anglotzte. Als ich am Bahnhof ausstieg, schloss der Typ zu mir auf und sagte im vorbeigehen: „Good night left side! Wir kriegen dich auch noch!“

Wie ein schöner Abend kaputt gemacht wurde

Donnerstag, der 08.05.08, war ein Tag mit absoluten Höhen und gleichzeitig ein Tag mit absoluten Tiefen für Frankfurt(Oder). Bereits am frühen Abend, als ich mich mit meinen Freunden auf dem Weg zur Musical-Aufführung BRATS machte, sahen wir an der Ampel einen Typen mit Springerstiefeln, schwarzen Klamotten, weißen Hosenträgern inklusive Glatze und Sonnebrille stehen - ein Neonazi. Schon da drehte sich mehr der Magen um. Der Kerl war einfach riesig, und jagte mir einen kalten Schauer über den Rücken.

Berliner Str., Sommernacht in Frankfurt

Wir waren mit zwei FreundInnen unterwegs und wollten zusammen von einem Besuch in einer Bar nach Hause gehen. Wir setzten uns auf eine Treppe in der Nähe unserer Wohnung und wollten noch etwas unterhalten. Auf der anderen Straßenseite bemerkten wir drei Jugendliche, die lautstark redeten.

Überfall nach dem EM-Halbfinale

Es war der 25.06.2008, ich war gerade auf dem Heimweg vom Hemmingways. Wir waren zu dritt und unterhielten uns über das Fussballspiel Türkei gegen Deutschland, das gerade zu Ende gegangen war. Auf der Karl-Marx Straße war wieder voll die Party, das konnten wir hören, als wir an den Sieben Raben vorbeiliefen.

Deutschlandlied

Als ich am Sonntag, den 29.6.08, nach dem EM- Finalspiel Deutschland gegen Spanien gegen 00:00 Uhr ins Bett ging, hörte ich durch das offene Fenster ferne Stimmen in meiner Straße. Diese wurden immer lauter und kamen, wie mir schien, von einer Gruppe angetrunkenen Männern. Das unverständliche Gegröle verdichtete sich schließlich zu der ersten, verbotenen Strophe des Deutschlandliedes. Ich rief unverzüglich die Polizei und konnte ihr auch Auskunft geben über das Wohnhaus, welches die "Deutschland, Deutschland über alles"- singenden Männer betreten hatten.

Rassismus in der Straßenbahn

Im Juli bin ich Straßenbahn gefahren. Die 1, wie immer. Wie immer stiegen Leute ein und aus. An der Haltestelle Zentrum betrat ein Mann mit seinem Fahrrad die Bahn, der seinem Äußeren nach nicht mitteleuropäischer Herkunft war. Kaum war er in der Bahn eilte auch schon der Straßenbahnfahrer auf ihn zu und begann ihn unvermittelt und lauthals zu belehren, dass er auch für sein Rad ein Ticket zu kaufen hätte.

Kondolenzbuch

Vor kurzem ging ich in die Universitätsbibliothek, hielt vorher jedoch noch am Kondolenzbuch für Prof. Kittsteiner. Ich wollte ein wenig blättern, lesen, was hineingeschrieben worden ist. Ich kannte ihn nur vom Sehen, war also nicht sonderlich emotional bewegt. Was mich dennoch erschütterte – dass jemand sich in dem Buch mit „Ruhm und Ehre dem FCV / 1966“ verewigt hatte.

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