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25.02.2013 Kundgebung zum Gedenken an Mehmet Turgut

Aufruf: Kundgebung zum Gedenken an Mehmet Turgut, ermordet von Neonazis des NSU in Rostock

Wir sind das Bündnis „Erinnern! Verantworten! Aufklären!?“

Am 25. Februar 2004 ermordeten die Neonazis des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) Mehmet Turgut in Rostock. Der damals 25-Jährige war nur
zufällig in einem Imbiss im Neudierkower Weg und half einem Freund aus, als er Opfer der rechten Mörder wurde; Opfer ihres hasserfüllten Rassismus, der keine Grenzen kannte; Opfer in einer Mordserie, die die Sicherheitsbehörden weder begreifen noch aufklären konnten.
Zehn Menschen fielen dem rassistischen Wahn des NSU zum Opfer, zwei Bombenanschläge und mehrere Banküberfälle werden der rechten Terrorgruppe
zugerechnet. Die Sicherheitsbehörden waren bis zum Ende unfähig, die Hintergründe der Verbrechen zu erkennen: Sie unterstellten ein kriminelles Milieu und kriminalisierten und stigmatisierten damit die Opfer und ihre Angehörigen. Immer neue Skandale werden in den verschiedenen Untersuchungsausschüssen und der Öffentlichkeit aus der Arbeit von Innenministerien, Polizeibehörden und Verfassungsschutz bekannt. In Mecklenburg-Vorpommern unterdessen verweigert sich die Landesregierung bisher (weitgehend) der öffentlichen Aufklärung.
Initiativen zum Gedenken an den Mord an Mehmet Turgut in Rostock sind unterdessen auf eine Wand des Schweigens und der Ablehnung gestoßen.
Versuche der Umbenennung einer Straße oder des Setzens eines Gedenksteins sind bislang am Widerstand von Teilen der Lokalpolitik gescheitert. Aus
unserer Sicht ist es aber wichtig, das Gedenken an Mehmet Turgut am Ort seiner Ermordung sichtbar zu machen, um ein würdiges Gedenken verstetigen
zu können. (Dafür ist es ebenso wichtig, dass das Pogrom von Rostock Lichtenhagen von 1992 und das Gedenken an Mehmet Turgut getrennt voneinander betrachtet werden.)
Der Mord und sein rassistischer Hintergrund dürfen weder vergessen noch relativiert werden. Die Kritik am strukturellen Versagen der Sicherheitsbehörden gegenüber der neonazistischen Mordserie kann angesichts vielfältiger offener Fragen nicht verstummen. Deshalb bestehen wir auch weiterhin auf eine öffentliche Aufklärung der NSU-Verbindungen zur Neonaziszene in Mecklenburg Vorpommern, sowie die Rolle der Behörden in diesen Ermittlungen. Wir fordern hiermit alle auf, Rassismus in der Gesellschaft aktiv entgegenzutreten.

Gedenken wir deshalb am 25. Februar Mehmet Turgut, der in Rostock von Neonazis ermordet wurde.
25. Februar - 15.30 Uhr - Rostock-Toitenwinkel, Neudierkower Weg

Momentane Unterstützer_innen sind:
B.D.P. e.V., Bunt statt Braun e.V., „Initiative Mord verjährt nicht“, Migrantenrat Rostock, die 'Antirassistische Initiative Rostock' (AIR), die Initiative 'Stop It', Soziale Bildung e.V., DIG Hochschulgruppe Rostock, Grüne Jugend Rostock, ERO, Awiro e.V., DGB Jugend, Ortsgruppe Rostock der Gewerkschaft 'Industrial Workers Of The World' (IWW) sowie interessierte Einzelpersonen.