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Aktionstage 2014

„Welcome in another world“ - die 11. Antirassistischen Aktionstage

vom 12. bis 29. März 2014 in Rostock

An dem diesjährigen Programm der 11. Antirassistischen Aktionstage in Rostock haben sich eine Vielzahl von Unterstützer*innen und Kooperationspartner*innen mit der Organisation eigener Veranstaltungen beteiligt.

Aus Anlass des „Internationalen Tages gegen Rassismus“ am 21. März finden europaweit und auch in Deutschland zahlreiche Aktionen statt.

Wir möchten hier in Rostock mit unseren Veranstaltungen ein Signal für ein menschliches Miteinander ohne Vorurteile und Rassismus setzen, aber auch den Blick für staatliche Diskriminierungsmechanismen schärfen, die sich gerade in der Zuwanderungspolitik und in Gesetzen gegenüber asylsuchenden Menschen manifestieren.  

 

 

 

 

 

Kooperationspartner bei den Antirassistischen Aktionstagen sind:

  • Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern
  • Heinrich
  • Böll-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern
  • Migrantenrat der Hansestadt Rostock
  • Radio LOHRO
  • Soziale Bildung e.V.
  • Stop-it-Kampagne
  • elements. Bildung und Kultur in der Einen Welt e.V.
  • Ökohaus e.V.
  • Werkstattschule Rostock

Wir möchten Euch hiermit ganz herzlich zu den antirassistischen Veranstaltungen und Aktionen einladen und hoffen auf spannende Diskussionen in den nächsten Tagen.

Das Programm:

 

Let's meet! - Satowerstraße-Stammtisch

·         Mittwoch 12.03.2014 // 19 Uhr im Café Median (Niklotstr. 6)                            

Wir laden euch herzlich zum dritten „Let´s meet!“ in diesem Jahr ins Cafe Median ein. Dort findet seit kurzem unter dem Motto "Let's meet" alle 4 Wochen ein Stammtisch statt, der von Ehrenamtlichen und Flüchtlingen des Rostocker Flüchtlingslagers organisiert wird. Der regelmäßige Stammtisch ist eine Möglichkeit, die Isolation der Flüchtlinge aufzubrechen. Zur Eröffnung der antirassistischen Wochen gibts einen "Welcome-Drink", viele Infos und Austausch über Möglichkeiten der Unterstützung von Flüchtlingen und Möglichkeiten miteinander ins Gespräch zu kommen.              

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Theater: Asyl-Monologe

·         Donnerstag 13.03. 2014 // 18 Uhr in der Werkstattschule Aula (Pawlowstraße 16/Südstadt)                    

Die Asyl-Monologe erzählen von Schritten hin zu Gerechtigkeit, indem sie nicht nur die Werdegänge von Flüchtlingen und Asylsuchenden inklusive der zunächst ‚normalen’ Lebensläufe in ihrer Heimat, der Fluchtursachen und ihrer Erfahrungen mit dem deutschen Asylsystem darstellen, sondern vor allem Geschichten von Trennungslinien und Koalitionen, von Feigheit und Mut, von Konflikten und Solidarität sind.

http://www.buehne-fuer-menschenrechte.de

Einlass und Abendkasse ab 17.15 Uhr. Anschließend an die Asylmonologe ist ein Podiumsgespräch u.a. mit Füchtlingen aus Rostock geplant.

Eintritt: 6 €, 3 € ermäßigt

Organisiert durch die Werkstattschule

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Global-Lokal-Talk „Uni ohne Rassismus“

·         Mittwoch 19.03.2014 // 17:45 im Peter-Weiss-Haus, Doberaner Str. 21

Die Hundertwasser-Gesamtschule ist es, die Borwinschule auch, das Erasmus-Gymnasium, die Krusensternschule und die Grundschule Schmarl. Fünf Schulen in Rostock sind eine „Schule ohne Rassimus – Schule mit Courage“. Was bundesweit für Schulen möglich ist, kann doch auch für eine Uni gelten. Das denkt sich jedenfalls der AStA der Universität Rostock und hat das deutschlandweit erste und bisher einmalige Projekt „Uni ohne Rassismus“ ins Leben gerufen.

Was es damit auf sich hat, wie damit die antirassistische Arbeit an der Rostocker Alma Mater verbessert werden soll und wie bzw. ob das überhaupt zu erreichen ist – das wollen wir in der GlobalLokal-Talkrunde von Radio LOHRO klären: der das Projekt initiierende AStA der Uni, Frau Dr. Gudrun Heinrich als wissenschaftliche Expertin und die Landeskoordinatorin für „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, Katrin Schulz, werden mit dabei sein.

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Politischer Donnerstag: Vergessen in der tunesischen Wüste

·         Donnerstag 20.03. // 20:00 Uhr im  Peter-Weiss-Haus, Doberaner Str. 21                          

Mit Conni Gunßer, Hamburg und Mohamed Issa, Sudan/Choucha/Berlin, beide vom Netzwerk Afrique-Europe-Interact               

Zu Beginn des Libyenkriegs im Februar 2011, als das Lager Choucha an der tunesisch-libyschen Grenze vom UNHCR eröffnet wurde, befanden sich dort bis zu 20.000 Flüchtlinge, vor allem aus Subsahara-Afrika. Nur ein geringer Teil - etwa 3.500 - wurde im Rahmen des sogenannten Resettlement-Programms in Drittstaaten umgesiedelt, davon 201 nach Deutschland. Ende Juni 2013 wurde das Lager geschlossen, aber es befinden sich immer noch etwa 200 bis 300 Flüchtlinge in Choucha und weitere in Städten der Umgebung, wo sie „lokal integriert“ werden sollen, statt einer Aufnahme in einem sicheren Land. Conni Gunßer hat Ende Januar mit einer Delegation Flüchtlinge und NGOs in Tunesien besucht und berichtet zur Geschichte des Lagers, den Kämpfen und der aktuellen Lage dort. Mohamed Issa ist einer der in Deutschland aufgenommenen Choucha-Flüchtlinge und erzählt von deren Problemen, der Sorge um seine in Tunesien zurück gebliebenen FreundInnen und seinem Engagement für ihre Aufnahme in Deutschland. Ebenfalls aus dem Libyenkrieg geflohen sind die um ein Aufenthaltsrecht kämpfenden Flüchtlinge der Gruppe „Lampedusa in Hamburg“. Gemeinsam wollen wir diskutieren, wie wir zusammen mit den Flüchtlingen in Tunesien und in Deutschland für eine Durchsetzung ihrer Forderungen nach einem Leben in Sicherheit und Würde kämpfen können.

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Podiumsdiskussion: Flüchtlinge in MV – „Refugees welcome!“

·         Freitag, 21.03.2014 // 20:00 im  Waldemarhof, Waldemarstr. 33 (Großer Saal)

Mit Flüchtlingen aus Güstrow, Parchim, Rostock, Ulrike Seemann-Katz (Flüchtlingsrat M-V), Martina Tegtmeier (SPD, angefragt) Imam-Jonas Dogesch (MIGRO)

 An diesem Abend wollen wir eine Podiumsdiskussion zur Lebenssituation von Asylsuchenden in M-V gestalten und dabei die Perspektive der Flüchtlinge in den Mittelpunkt stellen. Wir werden u.a. die Lebenssituation in den Asylheimen, v.a. in neu eröffneten, aber auch die Schwierigkeiten der dezentralen Unterbringung in ländlichen, peripheren Regionen in Augenschein nehmen. Gemeinsam mit AktivistInnen und ExpertInnen werden die alltäglichen Herausforderungen für Flüchtlinge in M-V auch vor dem Hintergrund von Diskriminierungserfahrungen und rassistischen Protesten thematisiert und Vorschläge und Forderungen für Politik und Verwaltung in den Kommunen diskutiert.     

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Workshop zu Rassismus in Kinderbüchern

·         Samstag 22.03.2014 // 13:00-16.00 Uhr im Cafe Median, Niklotstr. 6

Rassismus ist tief verwurzelt in unserer Gesellschaft. In Form geschichtlich gewachsener Bilder und Stereotype begegnet er uns jeden Tag in verschiedenen Medien. Im Workshop gibt es einen kurzen Input zu häufigen rassistischen Abbildern und eine Arbeitsphase, in der die Teilnehmer*innen anhand von Kinderbüchern über die Inhalte diskutieren können.

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Film „Anna und Saihou – eine Liebesgeschichte“ im Liwu

·         Montag 24.03.2014 // 19.00 Uhr im Lichtspieltheater Wundervoll, Barnstorfer Weg 4                  

Saihou stammt aus Gambia und ist Asylbewerber, er darf das Bundesland Baden-Württemberg nur mit einer Genehmigung verlassen. Seine Freundin Anna wohnt in Berlin. Die beiden träumen von einer gemeinsamen Zukunft – doch um zusammen leben zu können, müssten sie heiraten. Die Behörden weigern sich, das dafür notwendige Ehefähigkeitszeugnis auszustellen. Dann der Schock: Saihou muss Deutschland binnen vier Wochen verlassen, sonst wird er abgeschoben.

In ihrem Dokumentarfilm berichtet Denise Dismer über die Lebensbedingungen von Asylbewerbern in Deutschland, über die Benachteiligung von binationalen Paaren – und über die Liebe.

Die Freundinnen und Freunde der Heinrich-Böll-Stiftung förderten die Entstehung und die Postproduktion des Films. Nach der Vorführung freuen wir uns auf das Gespräch mit der Regisseurin Denise Dismer und den beiden Hauptpersonen.

Organisiert durch die Heinrich-Böll-Stiftung

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Gespräch & Film über Lebensbedingungen von Flüchtlingen

·         Dienstag 25.03. // 19.00 im Mehrgenerationshaus - Rostock-Lütten Klein, Danziger Str. 45 d

In Kooperation mit dem Ökohaus e.V. Rostock wollen wir im Mehrgenerationshaus in Lütten Klein über die Situation von Flüchtlingen informieren und Wege eines solidarischen Miteinanders aufzeigen.

Nach einem Dokumentarfilm stehen dazu in einem anschließenden Gespräch Flüchtlingen aus Rostock und SozialarbeiterInnen und Ehrenamtliche der Rostocker Flüchtlingsunterkunft bereit.

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Film und Diskussion „Lampedusa auf St. Pauli“

Mittwoch 26.03.2014 // 19:00 Uhr im  Peter-Weiss-Haus, Doberaner Str. 21

Deutschland 2013 | 83 min | OF mit dt. UT | Farbe | FF 2013

Mitte Juni 2013 stranden 300 afrikanische Flüchtlinge in Hamburg. Sie kommen aus Libyen und haben eine zum Teil lebensgefährliche Odyssee über Lampedusa hinter sich. Der Hamburger Senat will die Männer so schnell wie möglich wieder loswerden, doch die beiden Pastoren einer kleinen Kiezkirche auf St. Pauli öffnen 80 von ihnen die Tür, und das ganze Viertel packt mit an. Hafenstraßen-Bewohner übernehmen wichtige Teile der Hilfsorganisation, Kieztürsteher den Schutz vor möglichen Naziübergriffen. Und der FC St. Pauli hilft mit Klamotten aus. Ein Film über gute Gastgeber und ihre Gäste – die Flüchtlinge.

Im Anschluss steht der Regisseur Rasmus Gerlach für Diskussionen zur Verfügung

Rasmus Gerlach (*1963) studierte Visuelle Kommunikation an der HfbK Hamburg. Zuletzt erschienen von ihm die Dokumentarfilme Aldi – Mutter aller Discounter (NFL 2009), Jimi – Das Fehmarn Festival (2010) und Apple Stories (2012), für den er mit dem Phoenix-Förderpreis ausgezeichnet wurde.

Organisiert durch elements e.V.

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Die Isolation durchbrechen! Kundgebung und Solifest vor dem Lager in Horst

·         Samstag 29.3.2014 // 13 - 17 Uhr // Nostorf-Horst bei Boizenburg

Abgeschieden in einem Waldstück bei Boizenburg existiert das Aufnahme- und Abschiebelager für Flüchtlinge, die Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg zugewiesen wurden. Dort leben Flüchtlinge unter gefängnisähnlichen und menschenunwürdigen Bedingungen - keine eigene Essensversorgung, keine ausreichende medizinische Versorgung, keine Zugänge zu AnwältInnen und Beratung, keine Deutschkurse und herablassendes, autoritäres Verhalten von Angestellten machen den Aufenthalt für viele zu einer (re)traumatisierenden Erfahrung.

Um die Isolation der Flüchtlinge aufzubrechen, wollen antirassistische Initiativen aus MV und Hamburg gemeinsam mit den Flüchtlingen vor Ort eine Kundgebung und ein Solifest organisieren. Wir unterstützen die Kundgebung und den Kampf gegen dieses Lager! Kommt mit zur Kundgebung und zeigt euch solidarisch mit den Betroffenen! Infos und Anfahrtsmöglichkeiten findet ihr unter stopitkampagne.blogsport.de und am 24.3. bei der Infoveranstaltung ab 20 Uhr im Cafe Median (Niklotstr. 6).