Der Vogel lebt noch

Die Aufregung war groß, als die Aktualisierung der Kanarien-Erklärung von riseup.net vor ein paar Monaten ausblieb. Mit der Erklärung veröffentlicht riseup.net Informationen, die Rückschlüsse darauf zulassen, ob sie gezwungen sind mit staatlichen Behörden zu kooperieren. Mit dem Ausbleiben der Aktualisierung vermuteten nun viele Menschen, dass dieser Fall eingetreten sei und ihr Mailkonto und ihre gespeicherten Daten nun nicht mehr sicher seien. Nachfragen per Twitter bleiben durch das Kollektiv unbeantwortet, weshalb sich der Verdacht zu erhärten schien.

Nun hat riseup.net eine Begründung für die ausbleibende Aktualisierung nachgereicht und es ist alles anders, als die meisten vermutet hatten: niemand externes hatte Zugriff auf die Server. Sie waren vielmehr aufrgund der rechtlichen Lage in den USA gezwungen, zu einem laufenden Verfahren zu schweigen. Doch so ganz umsonst war die damit verbundene Aufregung nicht. Verunsicherte riseup.net-User haben sich bei anderen Technikkollektiven Accounts, Mailinglisten usw. anlegen lassen und so ein Stück zur Dezentralisierung beigetragen.

Was bleibt ist der Hinweis, dass niemand sich durch eine Kanarien-Erklärung oder einen Transparenzbericht in Sicherheit wiegen sollte. Der beste Schutz ist, sich nicht auf den Serverbetreiber zu verlassen, sondern seine eigenen Daten durch Reduzierung und Verschlüsselung zu schützen. Wie das geht, haben wir in unserem Hilfewiki kurz zusammen gefasst.