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Die Konfiguration findet über die Datei {{{/etc/ejabberd/ejabberd.yml}}} statt. Durch zahlreiche Kommentare ist die Datei gut erklärt - ansonsten hilft die umfangreiche [[http://docs.ejabberd.im/admin/guide/|Doku]] weiter. Die Konfiguration findet über die Datei {{{/etc/ejabberd/ejabberd.yml}}} statt. Durch zahlreiche Kommentare ist die Datei gut erklärt - ansonsten hilft die umfangreiche [[http://docs.ejabberd.im/admin/guide/|Doku]] weiter. Ab und an wird die Syntax vereinfacht - ein Blick in die aktuelle [[https://raw.githubusercontent.com/processone/ejabberd/master/ejabberd.yml.example|Beispiel-Datei]] hilft hier weiter.

Diese Seite beschreibt die Installation und Einrichtung des XMPP/Jabber-Servers ejabberd auf einem Debian Jessie-System.

Begriffe und Variablen

Variable

Bedeutung

Beispiel

DOMAIN

Domain des Jabberservers

systemausfall.org

JID

Jabber-Identifier, vollständige Jabber-Adresse

admin1@jabber.systemausfall.org

NAME

Nutzername

alice

HOST

Jabber-Host

ejabberd@jabber

PASSWORT

Ein Passwort

VHOST

Virtueller Jabber-Host

jabber.systemausfall.org

Installation

In Debian Jessie ist Version 14.07 des ejabberd enthalten. Zur Installation sind die folgenden Schritte notwendig:

aptitude install ejabberd ejabberd-contrib

Während der Installation wird ein Adminaccoun eingerichtet

Konfiguration

Die Konfiguration findet über die Datei /etc/ejabberd/ejabberd.yml statt. Durch zahlreiche Kommentare ist die Datei gut erklärt - ansonsten hilft die umfangreiche Doku weiter. Ab und an wird die Syntax vereinfacht - ein Blick in die aktuelle Beispiel-Datei hilft hier weiter.

  • z.B. selbständiges registrieren von Benutzern erlauben
  • starttls, {certfile, "/etc/ejabberd/ejabberd.pem"}
  • multi user chat aktivieren
  • proxy modul für dateitransfers

DNS-Einträge

  • Die Konferenzräume stehen meist unter conference.DOMAIN zur Verfügung. Ein entsprechender DNS-Eintrag sollte angelegt werden.
  • Entsprechende SRV-Einträge sollten ebenfalls gesetzt werden siehe

Firewall

folgende Ports müssen in der Firewall geöffnet werden:

  • 5222/tcp für Clients, die sich mit dem Server verbinden wollen
  • 5269/tcp für andere Server, die sich mit dem lokalen Server verbinden wollen
    • braucht nicht offen zu sein, wenn der lokale Server nur für interne Kommunikation dort angemeldeter User gedacht ist
  • 5280/tcp für das Adminwebinterface
  • 5443/tcp für den Dateiupload per HTTP, sofern aktiviert

  • 7777/tcp für Dateitransfers via Proxy

Änderungen in /etc/shorewall/rules eintragen und Shorewall mit shorewall safe-restart neu starten.

Sicherheit erhöhen

Über IM Observatory lässt sich die Einrichtung des jeweiligen Servers nach Sicherheitsaspekten bewerten. Es ist sinnvoll, den eigenen Server dort einen Test zu unterziehen und die bemängelten Punkte zu bearbeiten. Hinweise zur Erhöhung der Sicherheit finden sich auch im Blog von process one.

Zertifikate von Let's Encrypt

Mit Let's Encrypt gibt es eine einfach zu nutzende Möglichkeit, anerkannte Zertifikate zu erzeugen. Zahlreichen Anleitungen erklären, wie das grundsätzlich geht. Sind die Zertifikate erzeugt, liegen sie bei Debian unter /etc/letsencrypt/live. Da das Verzeichnis root:root gehört, hat ejabberd darauf keinen Zugriff. Es bietet sich an, unter /etc/ejabberd/ eine Zertifikatsdatei zu erstellen (Rechte ejabberd:root und sie mit den Daten aus dem letscrypt-Verzeichnis zu befüllen:

cat /etc/letsencrypt/live/domain.tld/privkey.pem /etc/letsencrypt/live/domain.tld/fullchain.pem >> /etc/ejabberd/ejabberd.pem

Anschließend sollte ein entsprechender cron-job erstellt werden, der die Datei bei jeder Zertifikatserneuerung aktualisert und ejabberd neu startet.

Cipher konfigurieren

Ejabberd benutzt OpenSSL für die Transportweg-Verschlüsselung zwischen Client und Server bzw. Server und Server. Es gibt unterschiedliche Cipher, die für die Verschlüsselung genutzt werden können. Da einige Cipher angreifbar sind, ist es sinnvoll, ejabberd mitzuteilen, welche Cipher in welcher Reihenfolge benutzt werden sollen. Dies geht mit den folgenden Optionen1 in der Konfigurationsdatei:

ciphers: "EECDH+ECDSA+AESGCM EECDH+aRSA+AESGCM EECDH+ECDSA+SHA384 EECDH+ECDSA+SHA256 EECDH+aRSA+SHA384 EECDH+aRSA+SHA256 EECDH+aRSA+RC4 EECDH EDH+aRSA RC4 !aNULL !eNULL !LOW !3DES !MD5 !EXP !PSK !SRP !DSS !RC4"

s2s_ciphers: "EECDH+ECDSA+AESGCM EECDH+aRSA+AESGCM EECDH+ECDSA+SHA384 EECDH+ECDSA+SHA256 EECDH+aRSA+SHA384 EECDH+aRSA+SHA256 EECDH+aRSA+RC4 EECDH EDH+aRSA RC4 !aNULL !eNULL !LOW !3DES !MD5 !EXP !PSK !SRP !DSS !RC4"

Der Übersichtlichkeit halber sollten die Optionen jeweils an der passenden Stelle in der Konfigurationsdatei platziert werden. Die aufgelisteten Cipher ergeben eine gute Bewertung bei der IM Observatory und sind hier entnommen.

Unsichere SSL-Varianten deaktivieren

Erneut die Konfigurationsdatei bearbeiten und an den entsprechenden Stellen - "no_sslv3 einfügen:

protocol_options:
       - "no_sslv3"

s2s_protocol_options:
   - "no_sslv3"

Passworte als Hash speichern

Bei Verwendung der internen Mnesia-Datenbank werden die Passworte standardmäßig im Klartext gespeichert. Dies kann mit den folgenden Optionen in der Konfigurationsdatei geändert werden:

auth_method: internal
auth_password_format: scram

Bereits in Klartext gespeicherte Passworte werden beim nächsten Start von ejabberd umgewandelt.

Sichere Passworte erzwingen

Damit User nicht zu einfache Passworte bei der Erstellung von neuen Konten verwenden, kann folgende Option im Abschnitt mod-register aktiviert werden:

    ## Set the minimum informational entropy for passwords.
    ##
    password_strength: 32

Optimierung für mobile Clients

Neben klassischen Desktop-Programmen verbreitet XMPP sich auch auf verschiedenen Smartphone-Systemen. So gibt es mit Conversations bspw. es einen wirklich guten XMPP-Client für Android-Geräte. Damit die Nutzung mit unterschiedlichen Clients angenehmer wird, können einige Optimierungen vorgenommen werden.

  • BOSH für die Nutzung hinter restriktiven Firewalls, die die üblichen XMPP-Ports blocken

  • Roster Versioning

HTTP File Upload

HTTP File Upload ermöglicht Dateitransfer per HTTP-Upload. Da ejabberd auf einem speziellen Port auf die Uploads wartet, muss die Firewall entsprechend konfiguriert sein. Anschließend wird ejabberd.yml entsprechend angepasst:

  • Im listen-Abschnitt:

    -
        port: 5443
        module: ejabberd_http
        tls: true
        certfile: "/etc/ejabberd/ejabberd.pem"
        request_handlers:
          "upload": mod_http_upload
  • In der Modulkonfiguration:

    mod_http_upload:
      docroot: "/date/ejabberd/upload"
      put_url: "https://xmpp.example.org:5443/upload"
      access: local

Administration

Webfrontend

Über das Webfrontend kann der Server umfangreich konfiguriert werden. Es ist üblicherweise unter https://DOMAIN/admin zu erreichen.

Einloggen können sich in /etc/ejabberd/ejabberd.yml eingetragene Admins mit ihrer vollständigen JID und dem entsprechenden Passwort.

neue User anlegen

Sofern das entsprechende Modul aktiviert ist, können User mit ihrem Client selbständig neue Accounts registrieren.

Für Admins gibt es zwei Möglichkeiten:

  • per Webfrontend
  • oder per Kommandozeile
    ejabberdctl register NAME HOST PASSWORT

Userpasswort ändern

Auch hier gilt: sofern das entsprechende Modul aktiviert ist, können User mit ihrem Client das Passwort selbst ändern.

Admins können dies über das Webfrontend tun: https://DOMAIN/admin/server/VHOST/users.


Fussnoten und Hinweise

  1. ohne Zeilenumbruch einfügen (1)

ejabberd unter Debian installieren (last edited 2020-08-02 09:34:26 by anonymous)


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