Betriebsalltag

Die meiste Zeit der Berufsausbildung verbringen wir im Betrieb. Hier passiert die größte Scheiße und wir können am besten aktiv werden, um unsere Situation zu verbessern. Gerade für dieses Kapitel haben wir mit vielen (Ex-)Auszubildenden gesprochen und sie um ihre Erfahrungen gebeten. Jeder Betrieb ist anders und nicht für jeden Mist, den ihr in der Ausbildung ausbaden müsst, konnten wir Erfahrungsberichte sammeln. Wir hoffen trotzdem, dass das was wir geschrieben haben, euch helfen wird eure Rechte und Möglichkeiten kennenzulernen und einzufordern. Hoch die Faust!

Umgang und Verhandlungen mit Chefe
Gedanken und Erfahrungen zum Umgang mit der Chefetage.
Große Kleinigkeiten im Betriebsalltag
Oft sind es Kleinigkeiten, die den Betriebsalltag erträglich machen – hier ein paar Beispiele.
Fehler machen
Jede*r macht sie, niemand will sie zugeben. Dabei gehört Fehler-machen zu jeder Ausbildung!
Arbeitssicherheit (Verweis)
Lass dich nicht kaputt machen. Arbeitsschutz geht alle an.
Alkohol während oder nach der Arbeitszeit
Ein paar Gedanken über Alk und Arbeit.
Ausbildungsvergütung kommt nicht rechtzeitig
Wenn die Knete nicht pünktlich aufs Konto kommt.
Lohneinbehalt und andere Strafen
Wenn der Betrieb die Repressions-Keule schwingt
Abmahnungen (Verweis)
Erfahrungsberichte zum Thema Abmahnungen gibt es hier
Ausbildung einfordern
Du willst was lernen und nicht immer nur den gleichen Scheiß machen? Dazu ein paar Gedanken.
Ausbildungsfremde Tätigkeiten
Vom Kehren, Brötchen holen, Kaffee kochen und Auto waschen.
Bedenken anmelden
Was wenn du in deiner Ausbildung richtigen Mist mitbekommst oder sogar mitmachen sollst?
Vom Betrieb "ausgeliehen" werden
Einige Betriebe verleihen ihre Auszubildende für eine Zeit in andere Betriebe. Was ist davon zu halten?
Arbeitsbeginn
Wann beginnt eigentlich die offizielle Arbeitszeit?
Überstunden (Verweis)
Die leidigen Überstunden. Hier steht wie ihr praktisch damit umgehen könnt.
Arbeitsverweigerung
Ein paar Gedanken über Streik und andere Formen des Ungehorsams.
Krank machen (Verweis)
Wie man sich mal eine Auszeit gönnen kann, ohne dafür die wertvollen Urlaubstage zu verbrauchen. Der Weg zum Glück auf Seite...
Grüne Haare, denn ich bin ein Punk
Geht dem Chef deine Frisur etwas an?
Angeschrien werden
Von cholerischen Chefs und Kolleg*innen.
Betriebsrat
Was haben Auszubildende mit dem Betriebsrat zu tun?
Werkzeug bekommen
wer bezahlt eigentlich die Werkzeuge, die du für deine Ausbildung brauchst?
Arbeitsklamotten
Wer bezahlt die Hose und die Arbeitsjacke?
Der Kollege, mein Freund und Genosse?
Erfahrungen darüber, wieviel man den Kolleg*innen erzählen sollte.
Mobbing
Wenn dich die Kolleg*innen beständig fertig machen.
Alleine im Betrieb
Was wenn du keine Ansprechpartner*innen hast?
Andere Auszubildende im selben Betrieb
Über den Umgang mit anderen Auszubildenden im selben Betrieb.
Diskriminierende Sprache
Gedanken und Erfahrungen über die typische, beschissene Bausprache.
Erfahrungen aus einem Kollektivbetrieb
Ein Erfahrungsbericht von jemanden, der seine Ausbildung in einem Kollektivbetrieb machen konnte.
Durchhaltegedanken (Verweis)
Um die Ausbildung durchzuziehen (oder auch nicht) findest du hier.
1. Juni 2017

Umgang und Verhandlungen mit Chefe

Ihr werdet im Laufe eurer Ausbildung zwangsläufig in Situationen kommen, in denen ihr irgendetwas von eurem Chef oder eurer Chefin wollt. Und wenn es der Urlaub ist, eine neue Arbeits-Jacke, die Genehmigung für einen Auslandsaufenthalt, eine Tarifanpassung, fehlendes Werkzeug, Scheiß Kollegen und soweiter. Wir haben wahrgenommen, dass viele Auszubildende versuchen einen großen Bogen um solche Gespräche zu machen und lieber ihre Themen in sich reinfressen. Darum dazu ein paar Gedanken.
1. Juni 2017

Große Kleinigkeiten im Betrieb

Auch Kleinigkeiten wie Rauchen, Pullern, Kaffee kochen, Musik und Pfuschen [Auf eigene Rechnung arbeiten] haben für uns eine große Bedeutung, da es doch manchmal entscheidend sein kann, ob der Tag noch beschissener wird oder etwas besser. Leider, bei manchen freilich auch zum Glück, sind davon lediglich wenige Sachen gesetzlich geregelt.
1. Juni 2017

Fehler machen

Es kommt immer wieder vor, dass bei den Arbeiten, die du machen musst, Dinge schief gehen. Das kann von Kleinigkeiten bis hin zu auftragsrelevanten Dingen alles sein. Zuerst einmal ist es wichtig Fehler jetzt zu machen, da du in der Ausbildung die Zeit und die Sicherheit hast, dass immer Menschen um dich herum sind die letzendlich für dein Handeln verantwortlich sind und dir helfen können. Außerdem musst du wissen, dass die ganze Zeit um dich herum Dinge schief gehen. Chefs oder andere Kollegen zeigen das nicht immer gerne, aber auch sie machen Fehler, wissen bloß oft auch wie man sie kaschiert oder darauf reagiert. Im Leben läuft es nun mal nicht rund und auf dem Bau erst recht nicht!Da du angestellt wurdest um einen Beruf zu erlernen, sollte davon ausgegangen werden, dass du auch wirklich alles lernen musst.
1. Juni 2017

Alkohol während oder nach der Arbeitszeit

Es ist sicherlich eines der festgesetzen Klischees über Handwerker, dass sie dem Bier nicht abgeneigt sind. Ob dies insgesamt stimmt oder nicht, wollen wir hier gar nicht belegen oder widerlegen. Fakt ist, auf vielen Baustellen wird gesoffen. Unsere Meinung ist: sollen sie machen, solange sie andere nicht gefährden. Wenn ich mit einem Typen, der drei Bier intus hat, auf einem Dach einen Balken tragen soll, ist bei mir eine Grenze überschritten. Die Sprüche, “wird schon nichts schief gehen” und “das haben wir schon tausendmal so gemacht” kann sich der Betreffende dann mal gehörig klemmen. Logik, Recht und selbst ein moralischer Standpunkt sind auf deiner Seite und können dir nicht abgesprochen werden. Bleib standhaft und lass dich zu nichts zwingen. Eventuell hast du auf der Baustelle einen Sicherheitsbeauftragten, an den du dich wenden kannst? Wenn es der Kollege wirklich wissen will, kann er rechtlich nur verlieren. Außerdem wird er Schiss haben, dass, wenn er es drauf ankommen lassen will, du dich beim Chef beschweren kannst. Wenn der das Verhalten deines Kollegen deckt, wende dich an die Berufsgenossenschaft, die Gewerkschaft oder die Handwerkskammer.
1. Juni 2017

Ausbildungsvergütung kommt nicht rechtzeitig

Rechtlich ist es so geregelt, dass dir deine Vergütung spätestens am letzten Arbeitstag des selben Monats ausgezahlt werden muss. Viele Firmen behalten es länger ein, damit sie noch mit deinem Geld arbeiten, z.B.: Investitionen leisten können. Wenn du cool damit bist, ist das deine Sache. Vergiss aber nicht, dass, wenn du keine Abmahnung an deinen Betrieb schickst, du nach drei Monaten den Anspruch auf dein Geld verlierst. Wenn sie dir “regulär” erst anderthalb Monate später als sie sollten das Geld schicken, hast du weniger Zeit bis dein Anspruch verfällt. Eine Ausnahme kann sein, dass ihr gemeinsam im Ausbildungsvertrag eine spezielle Regelung vereinbart habt. Wenn du einen Monat nur angebrochen hast, z.B.: zu Beginn der Ausbildung, muss dir eben dieser Anteil (Vergütung durch 30) am letzten Arbeitstag ausgezahlt werden. Pass auf, dass du es damit nicht schleifen lässt. Wir haben den Betrieb nichts zu schenken und es wäre nicht das erste Mal, dass Chefs sich an unserem Geld bereichern, weil wir nicht konsequent unser Recht eingefordert haben. Gewerkschaften sind Spezialisten, was dieses Thema angeht. Das Gute bei dem Thema ist, dass es eine klare Rechtssprechung gibt und du immer im Recht bist, wenn du für geleistet Arbeit keine Ausbildungsvergütung erhälst.
1. Juni 2017

Lohneinbehalt und andere Strafen

Es gibt immer wieder Momente auf einer Baustelle, bei denen man wegschauen muss oder einfach nur ein Kopfschütteln angesagt ist. Teilweise bringen sich Kolleg*Innen sinnlos in Gefahr und scheißen auf jeglichen Arbeitschutz. Manchmal wird auch so stark gepfuscht, dass die fatalen Konsequenzen entweder schon klar oder noch gar nicht absehbar sind. Und wir Auszubildenden dazwischen. Wir sind zwar noch keine Gesell*Innen, aber haben unsere Sicht auf die Dinge. Manch Kletterkunststück auf dem Gerüst oder gewagter Umgang mit der Maschine lässt uns nur erschrecken und fragen, wer jetzt hier schon mal einen professionellen Umgang gelernt haben soll und wer nicht.
1. Juni 2017

Ausbildung einfordern

Es liegt auch immer etwas an dir, wie viel du dir während der Ausbildung gefallen lässt. Es gibt an sich einen relativ guten Schutz von Auszubildenden und ziemlich klare Richtlinien zu Ausbildungsinhalten. Zum Schluß musst du aber das einfordern was dir zusteht. Erfahrungsgemäß wird es dir nicht hinterher getragen werden. Wenn du nicht nur kehren oder lackieren sonder wirklich dein Handwerk lernen willst, musst du selbst aktiv werden.
1. Juni 2017

Ausbildungsfremde Tätigkeiten

Ausbildungsfremd ist alles, was nicht in deinem Ausbildungsrahmenplan steht oder nicht ” dem Ausbildungszweck dien[t]”, nachzulesen im Berufsbildungsgesetz §14. In den Themenkomplex fallen auch Aufgaben, die deine körperlichen Kräfte übersteigen oder ständige Routinearbeiten. All das ist von Gesetzeswegen verboten. Natürlich gibt es auch hier Grauzonen und viel Spiel das Gesetz auszulegen. Im Großen und Ganzen ist es albern, das Erlernen eines Handwerks bis ins Detail durchzuplanen, da viele Kenntnisse erst in der Praxis vermittelt werden. Trotzdem werdet ihr selber in euren Gewerken am besten wissen, was auf keinen Fall etwas in eurer Ausbildung zu suchen hat. So ziemlich jede*r Auszubildende hat in seiner/ihrer Ausbildung Kram gemacht, den er/sie nicht hätte machem müssen. Bei vielen nimmt es aber Überhand. Laut Ausbildungsreport des DGB 2015 führen über 10% der befragten Auszubildenden immer oder häufig ausbildungsfremde Tätigkeiten aus.
1. Juni 2017

Bedenken anmelden

Es gibt immer wieder Momente auf einer Baustelle, bei denen man wegschauen muss oder einfach nur ein Kopfschütteln angesagt ist. Teilweise bringen sich Kolleg*Innen sinnlos in Gefahr und scheißen auf jeglichen Arbeitschutz. Manchmal wird auch so stark gepfuscht, dass die fatalen Konsequenzen entweder schon klar oder noch gar nicht absehbar sind. Und wir Auszubildenden dazwischen. Wir sind zwar noch keine Gesell*Innen, aber haben unsere Sicht auf die Dinge. Manch Kletterkunststück auf dem Gerüst oder gewagter Umgang mit der Maschine lässt uns nur erschrecken und fragen, wer jetzt hier schon mal einen professionellen Umgang gelernt haben soll und wer nicht.
1. Juni 2017

Vom Betrieb “ausgeliehen” werden

Es kommt immer wieder vor, dass Betriebe Auszubildende an andere Betriebe ausleihen. In manchen Fällen ist das sogar nötig, falls dein Betrieb nicht die Möglichkeit hat alle Lehrinhalte vermitteln zu können.
1. Juni 2017

Arbeitsbeginn

Oft stellt der Beginn der Arbeit ein massives Problem während der Ausbildung dar. Anfänge zwischen 6 und 7 Uhr sind da meist keine Einzelfälle. Prinzipiell ist zu sagen, dass die Arbeitszeit mit der Aufnahme der ersten Arbeit beginnt. Dabei ist es egal, ob es sich um den Betrieb oder eine Baustelle handelt. Fangt ihr also im Betrieb um 7 Uhr an, so kann Chefe auch verlangen, dass ihr um 7 Uhr auf der Baustelle anfangt. Holt ihr auf dem Weg zur Arbeit noch andere Mitarbeiter_innen ab, so zählt diese Zeit als Arbeitszeit, da ihr dem Betrieb damit ja eine Freude macht. Genauso ist es wenn ihr noch im Betrieb Material einzuladen habt. Es lohnt sich also der Umweg über den Betrieb um noch die vergessene Handkreissäge zu holen. Im Tarifvertrag oder der Betriebsvereinbarung können übrigend abweichende Regelungen stehen. Zum Beispiel das der Betrieb standardmäßig die Fahrt zur Baustelle mitbezahlt. Es lohnt sich auf eine solche Regelung hinzuarbeiten.
1. Juni 2017

Arbeitsverweigerung

Der Begriff der Arbeitsverweigerung hat eine lange Geschichte, die sich bis in das Jetzt zieht. Immer wieder hören wir von Streiks, bei denen Arbeitnehmer_innen ihre Arbeit niederlegen und für ihre Rechte einstehen. Arbeitsverweigerung findet aber nicht immer in solch umfassenden Bewegungen statt, sondern kann auf viel kleinerer Ebene geschehen.
1. Juni 2017

Streik

Auch als Auszubildende_r hast du das Recht zu streiken. Sollte ein Streik deine Rechte behandeln, so kannst auch du bei einem Streik mitwirken. Zum Beispiel sind alle Auszubildende der Berufe, die die IG Metall vertritt, berechtigt bei diesen gewerkschaftlich organisierten Streiks mitzuwirken, sobald es Auszubildende betrifft, da die Ausbildungsbedingungen auch in den Tarifverträgen behandelt werden. (das muss nochmal anders geschrieben werden) Während der Berufsschulzeit geht das jedoch nicht, da deine Lernpflicht dem Streikrecht übergestellt ist. Aber auch da kann man aus dem Schul/Bildungssteiks vergangener Jahre lernen.
1. Juni 2017

Grüne Haare – denn ich bin ein Punk

Interessiert den Chef freilich nicht, der sagt: “runter damit, ich glaub es hackt, wo kommen wir denn da hin”? Das schöne, er kann dich mal gepflegt am Arsch lecken.
1. Juni 2017

Angeschrien werden

Viele Chefs oder Kollegen meinen sich durch rumschreien verständlich machen zu müssen, wenn sie ein Problem mit Auszubildenden oder anderen Mitarbeiter_innen haben. Dieses Verhalten zeugt von ihrer Schwäche, egal ob du einen Fehler gemacht oder nur deine Meinung gesagt hast. Er kann sich nicht zivilisiert verständigen, er wendet Gewalt (laute Stimme) zur vermeintlichen Lösung eines Problems an, er projeziert sein Scheißleben auf den Konflikt und damit auf dich. Wenn du das im Hinterkopf hast, während er sich heiser gröllt, hast du schon gewonnen und kannst dich eigentlich nur noch über den Hampelmann lustig machen. Im besten Fall reicht das um ruhig zu bleiben.
1. Juni 2017

Betriebsrat

Ein Betriebsrat ist die betriebsinterne Vertretung der Arbeiter*Innen gegenüber der Chefetage. Sie haben bei Entlassungen und anderen Themen einges mitzureden. Das Thema ist riesig und wir wollen es hier nur kurz anschneiden. Wenn es einen Betriebsrat gibt, kann er dir helfen deine Rechte gegenüber der Chefetage durchzusetzen. Betriebsräte sind rechtlich unabhängig von der Gewerkschaft. Trotzdem sind Gewerkschaften sehr daran interessiert den Aufbau von Betriebsräten zu unterstützen. Das geht ab fünf Angestellten in einer Firma, allerdings mit einigen Einschränkungen. Aber das würde hier zu weit führen. Als volljähriger Auszubildender darfst du den Betriebsrat mitwählen und auch zum Betriebsrat gewählt werden! In kleinen Betrieben ist die soziale Kontrolle oft zu groß, als das sich einfach ein Betriebsrat bilden lassen könnte. Wenn es mindestens fünf Auszubildende (einschließlich Praktikant*innen) unter 25 Jahren im Betrieb gibt, kann parallel zum Betriebsrat eine Jugend- und Auszubildendenvertretung etabliert werden.
1. Juni 2017

Werkzeug bekommen

Wenn du für deine Ausbildung Werkzeug brauchst, hat der Betrieb dir das für die Dauer der Ausbildung zu stellen. Das gilt sowohl für den Betriebsalltag, als auch für das notwendige Werkzeug für die überbetriebliche Ausbildung. Oft wird das mit der Begründung abgelehnt, dass du effektiver und vor allem nachhaltiger mit deinem eigenen Werkzeug arbeitest, was du dir zudem von deinem eigenen sauer verdienten Geld gekauft hast. So nach dem Motto, wenn du nichts dafür bezahlt hast, gehst du schludriger mit dem Werkzeug um. Unabhängig davon, ob daran was dran sein könnte, ist die rechtliche Situation eindeutig.
1. Juni 2017

Arbeitsklamotten

Leider kann dein Betrieb von dir verlangen, dass du dir deine Arbeitssachen selber kaufst. Er kann sogar eine spezielle Kleidung von dir verlangen, zum Beispiel Kluft. Allerdings dürfen die Kosten einen bestimmten Rahmen nicht sprengen. Genauer wird ist die Gesetzeslage leider nicht. Vielleicht steht etwas besonders darüber in dem für dich geltenden Tarifvertrag. Oft weiß die Chefetage nichts genaueres über ihre eigenen Pflichten, deswegen lässt sich unter Umständen mit der richtigen Formulierung doch noch ein paar Kröten gewinnen. Mehrwertsteuer kann der Betrieb ja eh absetzen.
1. Juni 2017

Der Kollege, mein Freund und Genosse?

Pass gut auf, wie viel privates und politisches du mit deinen Kollegen teilst. Auch wenn ihr euch untereinander gut versteht, kann die Identifikation mit dem Unternehmen bei deinem Gegenüber immer noch stärker sein.
1. Juni 2017

Mobbing

Lehrjahre sind keine Herrenjahre ist eine gern genutzte Ausrede altgedienter Handwerker, um ihren persönlichen Frust regelmäßig und mit Schadenfreude an Auszubildenden abzureagieren. Oft genug nimmt das systematische Züge an, die zu Isolation, Zweifeln, Selbsthass, Angst und ernsten psychischen Problemen bei Auszubildenden führen. Sprich: Mobbing. Wir finden, dass durch die hierarchische Struktur der Betriebe (wie auch der Gesellschaft) bereits der Grundstein für Mobbing gelegt wird. Scheiße fällt immer nach unten. Wenn es Leuten dreckig geht, lassen sie ihren Frust an denen aus, die vermeintlich unter ihnen stehen. Vor ein paar Jahrzehnten wurden Auszubildende noch geschlagen. Nachdem das rechtlich verboten ist (kommt dies nur noch selten vor), wird nun emotional und strukturell Macht ausgeübt. Als Auszubildende sollen wir die unterste Stufe der Betriebshierarchie annehmen und am liebsten die Fresse halten. Nun, wie bei so vielen Dingen liegt es an uns, wie wir damit umgehen. Zuallererst möchten wir, dass du verinnerlichst, dass nicht du irgendwas falsch gemacht hast und deswegen gemobbt wirst, sondern das der/die Täter*in ein Problem hat, was er/sie an dir abreagiert. Lass dir nichts einreden.
1. Juni 2017

Alleine im Betrieb / ohne Anschluss zu anderen Kollegen

Es gibt viele Kleinstbetriebe, wo es nur einen*e Chef*in gibt und vlt. mal Aushilfskräfte, die mit anpacken, wenns etwas mehr zu tun gibt. In so einer Konstellation kommt es vor, dass du ganz alleine im Betrieb zu Gange bist. Entweder ist der/die Chef*in im Büro, auf einer Monatge oder zum Kundengespräch. In dieser Situation passiert es immer wieder, dass Fragen auftauchen und daraus Unsicherheiten entstehen, weil die kurze Antwort um weiterzukommen nicht kommen kann. Auch die Motivation weiter zu arbeiten, obwohl gerade keine “Aufsicht” da ist und die letzte Nacht wieder zu kurz war, kann deutlich nachlassen. So eine Situation kann durchaus belastend sein und nerven. In so einer Lage solltest du dir versuchen ein möglichst angenehmes Arbeitsumfeld zu schaffen. Wenn ihr die Möglichkeit habt, mach dir Musik an, die der/die Chef*in sonst nicht hören möchte, aber die dich etwas motiviert. Du kannst natürlich auch immer mal schauen ob du in der Zeit wo du alleine bist, etwas für dich machen kannst. Oder dir überlegen deine Pause etwas zu verlängern oder erstmal alles fertig zu machen und dann zu chillen. Du kannst auch sagen, dass du, wenn du einen guten Draht zum Chef*in hast, zumindestens die Pausen zusammen verbringt.
1. Juni 2017

Andere Auszubildende im selben Betrieb

Es kommt häufug vor, dass ihr nicht die einzigen Auszubildenen in einem Betrieb seid. Es gibt da verschiedenste Varianten. Es gibt größere Lehrwerkstätten, da sind oft mehrere Lehrjahre in unterschiedlich großer Anzahl vertreten. Manche Betriebe handhaben es so, dass sie immer einmal ein drittes und einmal das erste Lehrjahr haben. Und damit kommen wir schon zu den taktischen Tricks. Hinter diesem Modell steckt der Gedanke, dass der/die Auszubildende im dritten Lehrjahr dem ersten Lehrjahr hilft und Wissen vermittelt. Dies ist natürlich nicht Ausbildungsinhalt, kann aber durchaus seine Vorteile haben. Wenn du das Gefühl hast, dass deine Ausbildung auf der Strecke bleibt, weil du “nur” dem älteren Auszubildenden zur Hand gehst, solltest du das bei aller Kollegialität nicht auf dir sitzen lassen. Im besten Falle könnt ihr zusammen mit eurem Ausbilder sprechen.
1. Juni 2017

Diskriminierende Sprache

Wer sich auf dem Bau oder unter Handwerker*Innen bewegt, wird schnell mit diskriminierender Sprache konfrontiert. Ob negative Dinge als „schwul“, „behindert“oder gar als „jüdisch“ bezeichnet werden, Witze über Schwarze gerissen oder über Frauen in übelster Weise gesprochen wird, die Männerdomäne Bau ist Nährboden für menschenverachtendes Gedankengut. Wer nicht mitlacht wird schnell als Spaßbremse abgetan. Nazi will natürlich keiner sein. Nein, es war halt nur ein Witz oder eine persönliche Anekdote. So ein Verhalten in der Gruppe anzusprechen ist schwierig und sollte nur geschehen, wenn man in der Gruppe bereits fest verankert und akzeptiert ist. Der alteingesessene Meister wird sich von dem neuen Lehrling nichts erzählen lassen. Oft ist es besser, sich die Kolleg*Innen in einer ruhigen Minute einzeln vorzunehmen und sich etwas Zeit dafür zu nehmen. (Oft ist es besser mit den Koleg*innen in einer ruhigen Minute zu sprechen und sich etwas Zeit dafür zu nehmen.
1. Juni 2017

Erfahrungen aus einem Kollektiv-Betrieb

Nicht alle Auszubildende sind im weitesten Sinne in normalen Gewinnmaximierenden Unternehmen beschäftigt. Es gibt auch Betriebe die soziales oder ökologisches Handeln über die Gewinnmaxiemierung stellen. Dies kann ein deutlich angenehmeres Klima schaffen, aber auch dazu führen, dass man sich mehr in den Betrieb eingliedern muss. Wir haben eine Person gefragt wie sie seine Ausbildungszeit in einem Kollektivbetrieb wahrgenommen hat: