Die Menschwerdung des Menschen - Eine Hintergrundbetrachtung

"Macht Euch die Erde untertan"

Seit vielen Jahrtausenden bevölkern Wesen der Spezies Mensch die Erde und ebenso lang währen ihre erbitterten Kämpfe gegen einander um das eigene Überleben. Immer wieder sind Visionen von "besseren Welten" entstanden - und regelmäßig gescheitert. Das Gesetz des Stärkeren scheint fundamental und unüberwindbar zu sein. Die Gegenwart läßt keinen anderen Schluß zu. Gigantischer Reichtum einerseits und Massenarmut selbst in sogenannten "hochentwickelten" Ländern andererseits zeugen von der vermeintlichen Unfähigkeit des Menschen, ein Mensch zu werden. Resignation und Ohnmacht sind weit verbreitet - die Herrschaft des Geldes ist "All"-gegenwärtig.

Der angebliche gesellschaftliche Fortschritt brachte nur relativen Wohlstand für die "Eliten" und wurde teuer erkauft nicht nur mit einer allseits sichtbaren sozialen, sondern vielmehr noch mit einer krassen ökologischen Schieflage. Weltweit treten verstärkt Wetterphänomene mit katastrophalen Auswirkungen in Erscheinung: Überschwemmungen, Sturmfluten, Wirbelstürme, Erdbeben. Gletscher schmelzen ab und Wüsten zerfressen die Kontinente.

Diese Prozesse haben ein solches Ausmaß erreicht, daß bereits heute ein enormer Handlungsbedarf geboten ist, um eine verstärkende Rückkopplung zu vermeiden. Gelingt es nicht, die exponentiell wachsende, von Profitsucht gesteuerte Vernichtung der Natur umzukehren, bleibt letzterer nichts anderes übrig, als künftig auf das Ungeziefer Mensch zu verzichten. Und dabei geht es nicht um Jahrtausende sondern um das wahrscheinlich letzte Jahrhundert eines noch grünen Planeten.

Diese Zeiten himmelschreiender Ungerechtigkeit sind ein fruchtbarer Nährboden für frische Saaten, die bereits aufbrechen. Neues Denken entsteht und punktuell keimt die Hoffnung auf Veränderungen hin zu einem dem Menschen würdigeren Dasein im Einklang mit der Natur.

Die Realität sieht noch anders aus: Es existieren unvorstellbare Unterschiede in den Besitz- und Einkommensverhältnissen. Einige Wenige vereinen auf sich den gesellschaftlichen Reichtum und damit auch die Macht. Sie steuern diese Welt, bestimmen über das riesige Heer der mittellosen Mitbürger. Sie treiben den Globus in eine trostlose unwirtliche Zukunft, in der keine Wälder rauschen und kein Gesang von Vögeln den neuen Tag verkündet. An die Stelle der Biosphäre wird eine virtuelle technische Simulation treten und Roboter in menschlicher Gestalt werden immer größere Bereiche des Daseins an sich reißen.

"Apokalypse now"

Die heutige globale Situation ist gekennzeichnet von der Entkopplung der imperial konzentrierten Kapitalmächte von der übrigen Welt. An den Finanzmärkten (Börsen) werden gigantische Geldsummen hin und her transferiert, die mittels sogenannter Derivate zu exorbitanten "Wertschöpfungen" verhelfen ohne den lästigen und risikoreichen Umweg über die Produktion materieller Güter, wobei keinerlei Abhängigkeiten von irgend einer kritischen Lobby vorhanden sind. Auf Kosten gutgläubiger Kleinanleger und mit völliger Beliebigkeit erfolgt eine gesteuerte Umverteilung von arm nach reich und weil diese virtuellen Märkte so lukrativ sind, binden sie enormes Kapital, das folglich nicht für die realen Märkte und eine gesunde Wirtschaft zur Verfügung steht.

Der Industriekapitalismus wurde abgelöst durch einen Finanzkapitalismus, der nicht auf dem Privateigentum von Produktionsmitteln basiert, sondern allein auf dem Privateigentum horrender Geldmengen. Die globale Finanzoligarchie beherrscht uneingeschränkt nationale Regierungen und steuert über kooptierte Geheimdienste den internationalen Terrorismus, um Krisenherde für die eigenen Interessen zu generieren und zu nutzen. Dabei werden skrupellos so genannte Kollateralschäden (auch Menschen beliebiger Nationalität - siehe 11.09.2001) billigend in Kauf genommen.

Die marxistische Lehre vom gesellschaftlichen Charakter der Produktion und ihrer privatkapitalistischen Aneignung hat zwar nach wie vor Gültigkeit aber sie ist nicht mehr bestimmend für die künftige ökonomische Entwicklung in der Welt. Im Gegenteil: Der antagonistische Grundwiderspruch wird gezielt dazu eingesetzt, lokale Spannungen zu erzeugen, denn sowohl die nationalen Verwaltungssysteme als auch die unzähligen "Sozialschmarotzer" haben in den Augen der Finanzmagnaten keine Daseinsberechtigung mehr. Sie sind einfach nur "Wohlstandsmüll", der entsorgt werden muß. Und am besten geht das natürlich über die bewährte Methode: Teile und herrsche! Der Pöbel wird gegen die Regierungen aufgehetzt, damit sich letztlich beide Seiten einander die Köpfe einschlagen in Bürgerkriegen ohne Sieger wohl aber mit einem lachenden Dritten. Im wesentlichen unbemerkt im Hintergrund und ohne Gegenwehr agieren die globalen Finanzmächte untereinander im Einvernehmen mit dem Ziel, ihre Allmacht für alle Zeiten auf diese Weise zu sichern mit einem kleinen Kreis von willigen Sklaven, die sich mit einem kümmerlichen Dasein in Industrie-Ghettos abgefunden haben.

"Ohne Rücksicht auf Verluste"

Ermöglicht wird diese Entwicklung nur durch die Entartung des Geldes. Sie begann vor allem mit der Entstehung von Banken, die zunächst zur Verwahrung von Geld dienten. Statt jedoch eine Gebühr für diese Dienstleistung zu erheben, gewährten die Bankbetreiber die Verzinsung von Guthaben und verlangten im Gegenzug, das eigentlich zur Verwahrung überlassene FREMDE Geld mit Gewinn weiter zu vermieten, also schuldzinsbehaftete Kredite auszureichen, um damit ihre Dienstleistung zu finanzieren und darüber hinaus kräftig Profit zu erzielen. Mit der Zinseigenschaft ist das Geld vom idealen Tauschmittel zur idealen Ware verkommen und der massive Geldhandel über die virtuellen Börsenmärkte führte schließlich zu den riesigen Akkumulationen in den Händen auserwählter superreicher Finanzgiganten.

Genau dieser Entwicklung gilt es jedoch unbedingt Einhalt zu gebieten, wenn wir unseren Kindern und Kindeskindern einen lebendigen blauen Planeten hinterlassen wollen mit all den noch vorhandenen göttlichen Schönheiten der Natur. Allerdings läuft uns jetzt schon die Zeit davon. Und viele Mitbürger resignieren angesichts der Ohnmacht gegenüber den Mächtigen, die sowieso die Erde als Restmüll in ihren Finanzbuchhaltungen bereits abgeschrieben haben. Doch uns bleibt keine Wahl. Wir sind in der Pflicht, einen Weg zu finden durch den Dschungel der Ausweglosigkeit, denn es geht nicht mehr nur um das Überleben des Einzelnen, sondern um die Existenz der Menschheit.

"Nun sitz ich hier so wie ein Tor und bin so klug als wie zuvor"

Bedeutende Denker aller Zeiten zerbrachen sich den Kopf darüber, wie die Gemeinschaft zu organisieren ist, um allen Menschen ein gleichwertiges Leben in Wohlstand und Sicherheit zu gewährleisten. Doch alle bisherigen Theorien sind kläglich und oftmals mit großen Opfern gescheitert. Und sie hatten alle eines gemeinsam:

"Führer und Geführte!"

In allen Visionen waren die Menschen zwar gleich, nur einige waren immer gleicher. So auch in der Gegenwart. Und es existieren folglich administrative Hierarchien, die genau festlegen, daß das Fußvolk zu handeln hat, wie es die Führer vorgeben. So war es in den Diktaturen und so ist es in den als Demokratien deklarierten parlamentarischen Bürokratien, die sich inzwischen verselbständigt haben und nur noch um ihr eigenes Überleben ringen. Dieses Prinzip funktionierte über viele Jahrtausende. Niemand hat es bisher in Frage gestellt. Es wird unterstellt, daß es leistungsfähige Menschen und solche mit weniger Qualitäten in Bezug auf bestimmte Eigenschaften gibt, was durchaus der Realität entspricht. Doch gleichzeitig mit dieser Unterstellung erfolgt auch eine Bewertung des Menschen an sich: Die sogenannten Leistungsträger sind die brauchbaren Menschen und alle anderen werden als geduldeter Ballast eingestuft: Behinderte, Arbeitslose, Kranke, Alte, Süchtige ... . Aber es sind doch Menschen!

"Ein Mensch - wie stolz das klingt"

Jeder Mensch wird willenlos hinein geboren in ein bestehendes Umfeld und dieses Umfeld wirkt zurück auf die Entwicklung des Einzelnen. Von Geburt an sind alle Menschen gleichgestellt mit dem Recht auf Leben und freie Entfaltung. Nur die Randbedingungen des Einzelnen sind es eben nicht, ebensowenig wie die genetischen Codes. Allein vor diesem Hintergrund ist jegliches Geschwafel von Chancengleichheit illusionär und es gibt keinerlei Argumente, Menschen in irgendeiner Weise zu diskriminieren. Diese objektive Ungleichheit kann nur kompensiert werden durch eine andere Denkweise losgelöst vom vorherrschenden Leistungsprinzip, das durch nichts gerechtfertigt werden kann. Nur, wenn es gelingt, eine neue Sicht auf das Dasein hin zum Allgemeingut aller Dinge zu generieren, besteht die Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft für künftige Generationen. Ein "Weiter so!" führt unweigerlich zur schleichenden Vernichtung, die erst wahrgenommen wird, wenn keine Korrekturen mehr möglich sind. Als Trost mag dann vielleicht die Tatsache dienen, daß in einem solchen Szenario alle gleichermaßen betroffen sind trotz irgendwelcher raffinierter Rettungssysteme, die doch nur eine klägliche Zeitverzögerung darstellen. Und die Überlebenden werden ihr Überleben verfluchen.

"Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben"

Wir leben heute in einer Zeit zunehmender Individualisierung der Gesellschaft. Die Einzigartigkeit des Einzelnen und dessen Bewußtheit tritt in immer stärkerem Maße hervor und verlangt nach adäquater Anerkennung. Jeder möchte als das wahrgenommen werden, was er ist - nämlich als gleichwertiger Mensch. Und er hat ein Recht darauf.

Mensch ist Mensch!

Die Produktivität nach dem Stand der Technik ist schon längst ausreichend hoch, um jedem Menschen dieser Erde ein seine Existenz sicherndes Dasein zu ermöglichen, doch die gegenwärtigen Verteilungsverhältnisse und Kapitalakkumulationen aber vor allem auch die Denkweise in Hierarchien blockieren diese gerechte Philosophie.

Statt dessen herrscht das unsoziale Leistungsprinzip:

Derjenige, der auf Kosten anderer viel verkauft, verdient am meisten!

Ohne Rücksicht auf diejenigen, die objektiv keine Manager, Superstars, Millionenerben oder Betrüger und dennoch Menschen sind.

Um zu weltweitem Frieden zu gelangen, ist ein massives Umdenken erforderlich weg vom vorherrschenden Leistungsprinzip und der Bewertung von Menschen anhand ihres Kontostandes hin zu dem sozialen Gleichheitsgrundsatz, daß jeder Mensch gleichermaßen einen Anspruch auf ein Leben in Würde und Sicherheit hat unabhängig von seinen Lebensverhältnissen und Fähigkeiten. Erst mit der Sicherung der elementaren Bedürfnisse nach Wohnraum, ausreichender Nahrung und Kleidung für ALLE enden die blutigen Fehden. Der Terrorismus wird mit der Wurzel ausgerottet und eine freie Entfaltung ermöglicht, die nicht mit dem Zwang der Existenzsicherung behaftet ist. Und alle Religionen (nicht Spiritualität) werden überflüssig, denn Gerechtigkeit wandelt sich von der meist strapazierten Phrase zur gelebten Realität.

Die Freiheit des Einzelnen beginnt erst mit seiner gesicherten Existenz!

Stellt sich die Frage: Wie soll das alles funktionieren, welche Regierungsform vermag das zu leisten? Es gibt darauf nur eine vernünftige Antwort:

KEINE!

Das gesellschaftliche System ist heute einerseits aufgrund der Individualisierung seiner Akteure und andererseits aufgrund der weltweiten Verflechtungen in einem solchen Maße komplex geworden, daß es nicht mehr sinnvoll administriert werden kann. In der Physik wird ein derartiges offenes System als chaotisch charakterisiert, was jedoch keineswegs mit völliger Unordnung gleichgesetzt werden darf. Im Gegenteil: Auch ein chaotisches System ist strukturiert und es wirken in ihm hocheffiziente Selbstregulierungsmechanismen, wenn man sie wirken läßt. Die Natur macht es uns vor und das Internet ist ein von Menschen geschaffenes chaotisches System, das bestens funktioniert, selbst wenn es gelegentlich massiv durch Computerviren attackiert wird. Gleiches gilt nun auch für die Gesellschaft. Zu viele Unwägbarkeiten lassen alle langfristigen gesellschaftlichen Planungen zu einer Farce werden, wie es sich immer wieder in den Legislaturperioden bewahrheitet. Allen Wahlversprechungen zum Trotz müssen stets Wachstumsprognosen nach unten und Arbeitslosenzahlen nach oben korrigiert werden. Und es wird so weitergehen. Die Politik, weder national noch international, kann keine und die Wirtschaft will keine Arbeitsplätze schaffen und wer anderes redet oder glaubt, hat jeglichen Realitätssinn verloren. Das altehrwürdige Modell von der verkauften Arbeitskraft zur Existenzsicherung hat längst ausgedient. Nur einer Minderheit gelingt es, ihre Haut im produktiven Sektor zu Markte zu tragen, um dafür monatlich ein mehr oder vielmehr weniger erkleckliches Sümmchen einzustreichen, gemindert um beträchtliche Steuern und Abgaben, die zur Finanzierung der bedeutungslos gewordenen Administration und deren Hinterlassenschaften herangezogen werden. Die weltweiten Staatsverschuldungen sind der Beleg für die Aussichtslosigkeit des alten Denkens in hierarchischen Strukturen, Kategorien und Wertvorstellungen ebenso wie die Terrorakte, Kriege, Hungerkatastrophen und Völkermorde.

 

Neues Denken ist UNABDINGBAR!

 

Ein Denken,

                                      - das ausgerichtet ist am Allgemeinwohl und nicht an Eigentum und Besitz,

                                      - das Raum läßt für Vertrauen und nicht für Hinterhältigkeit und Neid,

                                      - das auch verzeihen kann und nicht nach Rache schreit,

                                      - das keinen Unterschied macht zwischen links und rechts oder oben und unten,

                                      - das Fehler eingesteht und nicht nach Schuldigen sucht,

                                      - das der Wahrheit verpflichtet ist und nicht der Lüge Nahrung gibt,

                                      - das der Natur und dem Leben ergeben ist und nicht die eigenen Wurzeln zerstört.

 

 

EIN DENKEN, DASS DEM SEIN ENTSPRINGT UND NICHT DEM (GELD)SCHEIN!

 

 

Ein solches Denken beginnt nicht bei anderen sondern immer zuerst bei jedem selbst. Und auch die künftige überlebensfähige Gemeinschaft kann nur von Menschen getragen werden, die dieses Denken verinnerlicht haben. Mögen noch so viele Bedenken und Einwendungen vorgebracht werden - sie alle sind von vornherein entkräftet, denn

die Natur macht keine Kompromisse!

Also wagen wir das Vertrauen in die Gemeinschaft ohne träge Parlamente und scheinheilige Regierungen, ohne die ausufernde Flut von Gesetzten und Verordnungen, ohne angehäufte Reichtümer und Lumpenproletariat, ohne Blechlawinen und Klimakatastrophe dafür jedoch mit einem Auskommen ohne Erwerbseinkommen, mit Tätigsein ohne Hast, mit Müßiggang ohne schlechtes Gewissen, mit Nachbarschaft ohne Maschendrahtzaun, mit Zeit ohne Geld... mit neuem Denken eben ohne Vorurteile.

Und dies alles ist keine Utopie. Es gibt bereits heute unzählige Initiativen auf der ganzen Welt, bei denen Menschen des neuen Denkens aktiv sind und beginnen, kleine Gemeinschaften zu etablieren, die sich entkoppeln von den zinsbehafteten Währungen und auch vom Staat. Es geht nicht darum, gegen bestehende Unzulänglichkeiten auf die Straße zu gehen und so den Teufel mit dem Belzebub zu vertreiben, wie es nun schon über Jahrtausende geschieht. Das ist ein Kampf gegen Windmühlen und verpuffte Energie. Die Geldleute haben sich losgesagt vom Volk und sitzen auf ihren angehäuften Reichtümern. Laßt sie doch darauf sitzen bleiben. Schafft Euch lokale alternative Wirtschaftskreisläufe mit zinslosem Geld und entkoppelt Euch so von den Euro-, Gold- und Dollar-Säcken und auch von der Politik. Erst ein bißchen im kleinen und ganz allmählich immer mehr. Denn das allein ist der Weg...

 

Die Zeit ist schon lange reif dafür...